Du, heiliges Gebirge, sollst also
Von Wanderern nicht unbesuchet liegen!
Der Himmel schaut, ihr Pilger, mit Vergnügen
Die Anbetung, die ihr hier Jesu weiht.
Und sollte nicht der Mensch, voll Dankbarkeit,
Dich, Golgatha, mit Thränen netzen,
Da alles, was darauf geschah,
Für ihn allein geschah?
Für Engel zitterte nicht Golgatha;
Für Engel blutete nicht Gottes Lamm,
Für Menschen ganz allein starb es am Kreuzesstamm.
Und dennoch sehn auch Engel mit Ergetzen,
Auf dies Gebirg, und steigen oft herab,
Und singen Lieder um sein Grab.
O welche Leiden ohne Zahl
Hat dazumal
Der ganze Himmel nicht empfunden,
Als Golgatha zerriß,
Und Todesfinsterniß
Das Auge des Erlösers deckte!