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1726–1777

Dritte Ode .

Justus Friedrich Wilhelm Zachariä

Nicht verzweifelungsvoll, oder des süßesten Glücks Ungewiß, klaget mein zärtliches Herz; Nein, ich werde geliebt, und nun, da sie mich liebt, Bin ich doch dreymal unglücklicher noch!

Daphne, liebe mich nicht! Ueber uns hänget voll Nacht Schrecklich ein eiserner Himmel herab. Nicht ein gütiger Stral schimmert uns hinter der Nacht, Furcht und Entsetzen schwebt rund um uns her.

O parteyisches Glück, warum lächelst du nie Liebender Unschuld und standhafter Treu? Ists der Zärtlichkeit Loos, immer vom tödtlichen Gram, Langsam gequälet, das Opfer zu seyn?

Jetzo, da du mich liebst, Daphne, faßt mich mein Unüberwindlich, wie sprech ich ihn aus! Ach! du liebest nur den, welchen ein plötzlicher Sturm Auf den betrügrischen Wellen ergrif;

Grausam schmiß ihn der Sturm von dem zaubrischen An den verwüsteten Felsen hinan; Jhn ergreift sein Geschick, ach! und der eiserne Arm Schmiedet ihn fest an den blutigen Fels.

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Dritte Ode . · Justus Friedrich Wilhelm Zachariä · Poetry Cove