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1726–1777

Die Vergnügungen der Melancholey.

Justus Friedrich Wilhelm Zachariä

Mutter der weisen Betrachtung, du Schöpferin ern- ster Gedanken, Deren Grotte sich hoch auf Teneriffs Gipfel gewölbet, Wo oft mitten in schrecklicher Nacht der heulende Sturm- Vom wildströmenden Regen und prasselnden Hagel be-

Dein hinhorchendes Ohr ergetzt; indem du, erheitert, Mitten im Aufruhr, versenkt in tiefe Gedanken dich Oder indem in der Nacht ein Schleyer trauriger Wolken Alle Gestirne verbirgt, bis bald vom ruhigen Himmel

Cynthia traurig und blaß von ihrem silbernen Wagen Nieder zum Ocean schaut, da du voll Tiefsinn indessen Unverwandt mit dem starrenden Blick auf das Sternen- Angeheftet, dich ganz in frommer Entzückung verlierest;

Obgleich, mit verwirrtem Geräusch, die brausenden Unter dir wallen, und heisres Gemurmel die Felsen Wo du, beglückt, und in dich gekehrt, den tobenden Des empörten Oceans hörst; fern von dem Getümmel,

Fern von den Freuden der Menschen, und mit den himm- Unterhaltungen pflegst: — O! leite mich, mächtige Zu dem heiligen Dunkel, mit meiner Seele, harmo- Unter den einsamen Gang von alten verfallnen Ge-

Zu den dämmernden Zellen und Lauben, und traurigen Wo die Melancholey ihr werthe Gedanken hinausdenkt, Und am liebsten verweilt. Die lachenden Scenen des Wenn um ihn her die Gratien scherzen, und Liebesgötter

Jhn umtanzen, und Blumen und Blüthen, Ambrosia Unter ihm mit verschwendrischer Hand auf Fluren Rühren länger mich nicht; ich wünsche mir nicht mehr, Deine balsamischen Lüfte zu athmen. Jhr grünenden

Und ihr Wiesen, du blühender Hain, um welchen der Murmelnd sich schließt, gehabt euch wohl! Ich folge

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