Skip to content
1726–1777

Die Vergnügungen der Melancholey.

Justus Friedrich Wilhelm Zachariä

Jünglinge! die ihr den Kranz unglücklicher Lie- Welch Vergnügen kan man der süssen Schwermuth Deren zaubrische Macht den sanfteren Seelen geschmei- Mahlt uns die stille bezaubernde Lust, bey der redenden

Süssem Gesange zu schmelzen; in sanften thauigten Durch die Mitternacht hin, mit irrenden Schritten zu Und dem vertraulichen Mond die Schmerzen der Liebe Oft vom Vogel der Nacht mit ähnlichen Seufzern be-

Oder im schattichten Wald am dunkeln Bache zu irren, Und allda die nichtigen Freuden der Welt zu vergessen. Da indes ein glücklicher Traum die erscheinende Schöne Vor euch mahlt, — nun hört ihr nicht mehr das Ge-

Und das Auge dringet nicht mehr durch schauernde Gänge Waldichter Linden, bis etwan im Forst vom fällendem Oder vom fernen Geklingel der Heerden, und von dem Eines die Sträuche durcheilenden Stiers, die betroge-

Sich ermuntern, und plötzlich der Traum in die Lüfte Dieß sind Vergnügen, zu denen mein Herz sich eh- Als den verblendeten Blick die junge Saphira bezaubert, Und in schwarzer Entfernung von ihr, mein Leben mir

Schöner als Flora lachte sie mir, wenn Zephyr sie auf- Und sie schamhaft erröthend aus duftenden Lauben heraus- Mit den Kränzen von Veilchen und Rosen die Felder Vor unheiligen Seelen sind diese Vergnügen verborgen,

Und sie kan nur ein Herz, gewöhnt zur Schwermuth, em-

Cookies on Poetry Cove

We use cookies to remember your language preference and — only with your consent — to learn how Poetry Cove is used. You can change your mind any time.
Die Vergnügungen der Melancholey. · Justus Friedrich Wilhelm Zachariä · Poetry Cove