Skip to content
1726–1777

Die Vergnügungen der Melancholey.

Justus Friedrich Wilhelm Zachariä

Aber wenn ietzo die Welt in der Mitternacht Ra- Eingekleidet, dann laß mich auch oft im hallenden Jene zitternden Flammen erblicken, die über die Haufen Dürrer Knochen und Schädel mit blassem Schimmer

Da indes die Mauer hinab ätherische Stimmen In den Kirchhof ertönen, und Geistergestalten von ferne, Durch die langen gekrümmten Gewölbe, die einsamen Zu sich winken. — Voll Anmuth ist auch der Mitter-

Wenn ich plötzlich erwacht mich von dem Lager erhebe. Siehe! wie todt ist alles um mich! Die ruhigen Winde Brausen ietzt nicht; die Söhne der Menschen, und alle Liegen in tiefer Vergessenheit da; die ganze Natur ist

In den tiefesten Schlaf, in die tiefeste Stille, gewickelt. O wie grausend ist dann der Gedanke, daß außer mir, Auf der verödeten Erde noch wacht! Bis mit dem Ge- Mein hinsinkendes Haupt der schleichende Schlummer

Dann auch müsse kein Traum, von fröhlicher Thorheit Mich zur blumichten Au der gauckelnden Freude ver- Sondern mir sende der Schutzgeist der Nacht so my- So erhabne Gesichter, wie ehmals Spenser gesehen,

Wenn er völlig vertieft in Phantaseyen der Dichtkunst, Zu des Busirans schwarzen Palast den Britomart führte: Oder als Milton gesehn, wenn er in hoher Begeistrung, Jm Tumulte des Kriegs, den ganzen Himmel sich dachte,

Und in seinen entzückten Gedanken der Seraphim Vor ihm sich thürmten, mit Waffen bedeckt von De-

Cookies on Poetry Cove

We use cookies to remember your language preference and — only with your consent — to learn how Poetry Cove is used. You can change your mind any time.
Die Vergnügungen der Melancholey. · Justus Friedrich Wilhelm Zachariä · Poetry Cove