Justus Friedrich Wilhelm Zachariä
Herrliche Scenen treffen nur bloß mit schwachem Das Gemüthe des Schauers; sie locken allein das Ge- Und erheben mit mächtigem Trieb das fühllose Herz Also reizt die dädalische Landschaft das Auge des Schäfers,
Der von der heiteren Stirn des hohen Hymettus herab- Hier stehn Wälder von Palmen, wo sonst die Stimme Lehrreich erschallt; dort hebt aus dunkeln geheiligten Sich der Oelbaum, der nimmer hier welkt, mit silber-
Dort verbreiten Hügel voll Reben die purpurnen Schätze, Und manch sonnichtes Thal erstreckt in langen Prospekten Fruchtbar sich weit in das Land; dort thürmt, in Fluren Schimmernd, Athen sich auf; allein obgleich durch die
Seine zur Weisheit begeisternde Fluth Jlissus dahin Dessen krummes Gestade dickwallender Lorbeer be- Obgleich seinen herrlichsten Glanz der rosichte Morgen Ueber die heitre Scene verstreut: so fühlet der Mönch
In der ruhigen Brust mehr, und wahrhaftere Freuden, Wenn er vom hangenden Fels, der seine Höhle bedecket, Das verfallne Persepolis sieht. Die sinkenden Pfeiler Sind auf die Ebnen umher in wilder Ordnung zer-
Eine weite Verwüstung! Gleich einem verdorreten Welchen der Donner zerschellt, steigt hier die modern- Gegen die Wolken empor; hier zeigen parische Schlösser Halb sich wölbende Hallen, mit dicken Dornen bewachsen,
Wo der Räuber ietzt laurt; der Fledermaus öde Be- Welche des Abends von da in dämmernde Schatten hin- Und wo ihren fleckigten Schweif die Otter sich nachschleppt, Ehmals die Wohnung des feinsten Geschmacks, und der
Tempel erheben sich dort; in ihren geheiligten Grenzen Wächst der Fichtenbaum auf, da die nun nackenden Sonst vom fleißigen Kaufmann besucht, mit Grase be- Säulen liegen auf Säulen gestürzt, heruntergerissen
Von dem festen Gestell, und vermehren die modernde Weit umher erscheinen dem Blick die hangenden Von der verwüsteten Pracht, in einer verworrenen Scene Von Pallästen, und Häusern, und Bögen, und Däm-
Wo der Ruin, und Schrecken, und Graus, im schwarzen
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