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1726–1777

Die Nacht.

Justus Friedrich Wilhelm Zachariä

Das Ende vieler dunklen Tage Die treue Nacht bricht schon herein. Verhülle dich, mein Geist, und klage, Vielleicht ist diese Stunde dein.

Ein Leiden, das man unterdrücket, Vermehret den geheimen Schmerz; Und jede Thräne, die ersticket, Gräbt blutig sich in unser Herz.

Jetzt, da die Thoren mich verlassen, Die diesen trüben Tag umschwärmt; Will ich dem Schmerz mich überlassen, Der minder wird, wenn er sich härmt.

Der Schlaf wird mich vorüber gehen, Der oft den Rücken mir gewandt, Wenn noch von aufgehellten Höhen Das Morgenroth mich weinend fand.

Ich fleh ihn an, mir zu erscheinen, Doch er ist wie ein falscher Freund; Er kömmt im Glück nur zu den Seinen, Und flieht ein Auge, welches weint.

Schon siegt der Tag mit hellem Strale, Wo bist du, holder Gott der Ruh? Er kömmt, und drückt zum erstenmale Ein Auge voller Thränen zu.

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Die Nacht. · Justus Friedrich Wilhelm Zachariä · Poetry Cove