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1726–1777

Die Nacht.

Justus Friedrich Wilhelm Zachariä

O Nacht! und du, o feyerliche Stille! Indem ich mich in eure Schatten hülle, Fall ich hin in den Staub vor dem, der mich gemacht. Von dieser Unterwelt Getümmel Hebt unser Herz nichts mehr zum Hunmel Als deine Majestät, o Nacht!

Sie kömmt! Jhr helles Sternenkleid Fließt über ihren prächtgen Wagen, Begeistert von der Macht der dunkeln Einsamkeit, Steht ietzt der Christ, durch sie geweiht,

Und denket seine Sterblichkeit. Er hört die Todtenglocke schlagen, Indem er unter Gräbern irrt, Und auf den Staub hinweint, der er auch werden

Doch welcher Trost stralt in die bange Seele? Umsonst schreckt ihn des Grabes dunkle Höhle; Von jedem Stern ruft ihm ein Engel zu, Daß er unsterblich ist. Er schmeckt des Trostes

Weit hinter jener Nacht sieht er den Vorhang Und Palmen, ihm bestimmt, und Seraphim ihm Wie wird des Grabes Nacht entweichen, Wenn über Schrecken, Graus und Leichen,

Des Christen ewger Morgen glänzt! Sein Auge wird den Finsternissen, Sein Geist der Sterblichkeit entrissen; Und seine Seligkeit ist rein, und unbegränzt.

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