Geliebtes Feld, dein aufgeklärter Himmel,
Der sanft und rein um stille Fluren fließt,
Empfange mich vom Lärm und vom Getümmel
Der weiten Stadt, wo Unmuth mich umschließt.
Wie fröhlich steigt aus silberfarbnen Wellen
Das Morgenroth zum feuchten Horizont!
Der graue Wald, den Lust und Tag erhellen,
Zeigt in der Höh die Wipfel schon umsonnt.
Die Lerche fliegt in musikalschen Schaaren
Mit süßer Stimm auf sichren Haiden fort;
Und fürchtet nicht des falschen Garns Gefahren,
Und fürchtet nicht des Feuerrohres Mord.
Voll Anmuth lockt das blühende Gestade,
Die Ocker fließt mit sanftern Wellen fort;
Am Ufer tanzt die lachende Najade,
Der Tanz und West ihr fliegend Haar verwirrt.
Der wilde Busch, von Blüten überschneyet,
Besieht sich stolz in spiegelklarer Fluth;
Sie fließt dahin, von keinem Sturm entweihet,
So rein und still, wie Silber in der Gluth.
Es hängt indes an Klippen voller Weide
Der bärtge Bock, der die Gesträuche nagt;
Da unbesorgt der Hirte Lieb und Freude
Auf heiserm Rohr den öden Felsen sagt.
O Einsamkeit, dürft ich mich dir ergeben!
Hier herrschest du im ungestörten Hain.
Warum muß ich im Lärm der Städte leben?
Hier könnt ich froh, wie dieser Hirte, seyn!