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1726–1777

Der Choral .

Justus Friedrich Wilhelm Zachariä

Schlummer und schimmernder Reif, und stille ver- trauliche Wolken Hängen schon über der schlafenden Welt. Breite dich, einsame Nacht, mit sanfteinwiegenden Flü- Ueber die ruhige Hälfte der Welt.

Traurig versinkt die Natur in einen heiligen Schauer, Wie er in Wäldern der Barden gewohnt; Oder auch, wie er vordem auf menschenfeindliche Grot- Frommer veralteter Einsiedler fiel.

Singe der Mitternacht ietzt, du Sänger auf silbernen Heilig, der Nacht gleich, sey heilig dein Lied. Singe den hohen Choral mit Bachs ehrwürdigen Tönen; Fülle mit Andacht das zitternde Herz!

Welch ein erhabner Gesang! Die Seele fühlt ihn; und Schwingt sie sich über die Himmel hinauf. So, aber rührender noch, ertönten die Chöre des Him- Märtyrer! als ihr, mit Blute bedeckt,

Eure gefaltete Hand zum Ewigen aufhubt, und ruhig Unter den Qualen den Feinden vergabt; Als euch der Seraph erschien, und triumphirend die Ueber des Todesthals Schrecknisse hob.

Die du den Sänger gelehrt, o Tonkunst unter den En- Sing ihm, du heilige Sängerin, auch, Wenn er die Stunde nun sieht, die fürchterlichste der Welche den Christen oft selber erschreckt.

Leit ihn mit sicherem Schritt dann über die Bäche des Sing ihm den hohen Gesang des Olymps! Stimmen des heiligen Chors und Stimmen der gött- Jauchzen ihm unter Unsterblichen zu!

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