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1726–1777

Der Adel . An den Freyherrn von G - - -.

Justus Friedrich Wilhelm Zachariä

Freund, der Adel, der dich unterscheidet, Den der Bürger spottend oft beneidet, Dieser Vorwurf in so viel Satyren Wird dich stets zieren.

Wer gewohnt ist, so, wie du, zu denken, Und zur Weisheit seinen Trieb zu lenken, Der stolziert nicht auf zerrißne Fahnen Ruhmwerther Ahnen.

Er gebraucht nur, leichter sich zu heben, Was ein Zufall ihm umsonst gegeben; Da der Ruhm und Glanz von Wapenschilden Nicht Helden bilden.

Stand und Adel von dem Muth gebohren Wird zur Thorheit bey den stolzen Thoren. Und wie öfters bläht die hohe Dame Nichts, als ihr Name.

Hat sie etwa angenehmre Wangen? Lacht ihr Auge zärtlicher Verlangen? Und zeigt sie uns etwa höhre Sinnen Als Bürgerinnen?

Ist der Junker zum Soldaten besser? Ist sein Fortgang in der Weißheit größer? Oder ist er, wenn Parteyen sprechen, Nicht zu bestechen?

Freund, du weißt es, einen wahren Weisen Muß die Nachwelt, ohne von, auch preisen; Da der Ritter, der den Fuchs bekrieget, Vergessen lieget.

Dich G —, braucht kein Stand zu heben; Du wirst ewig durch dich selber leben. Auch als Bürger müßt es dir gelingen, Dich hoch zu schwingen.

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