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1726–1777

An Selinen .

Justus Friedrich Wilhelm Zachariä

Zum zweyten mal, o meine theure Seline, Reißt dich die schwarze Welle hin? Zum zweyten mal schwimmst du auf tobendem Meere Den grimmigsten Gefahren zu?

Mit banger Nacht schwärzt sich der stürmende Himmel, Der Donner donnert vom Olymp; Der wilde Blitz erleuchtet schrecklich den Abgrund, Der oft dein zagend Schif verschluckt.

Verfolge nicht ein unglückseliges Mädchen, Natur, mit so viel Grausamkeit! Gebeut doch ietzt dem niederrollenden Donner, Gebeut doch ietzt der frechen Fluth.

Du hörst mich nicht? nicht das bewegliche Weinen Des ärmsren Kindes, das verzagt? Auss neu wälzt sich auf dunkeln wütenden Wellen Die blasse Todesangst ins Schif.

Wohin, wohin reißt dich die brausende Woge Seline, hörst du mich nicht mehr? Ich ruf am Strand, mit aufgehabnen Händen: Seline, hörst du mich nicht mehr?

Was hoff ich noch am unglücksvollen Gestade — Empfange mich, grausames Meer! Kan ich sie nicht auf diesem Trümmer erretten, So sterb ich wenigstens mit ihr!

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