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1726–1777

An Herrn Fleischer, einen Virtuosen auf dem Clavier.

Justus Friedrich Wilhelm Zachariä

O Fleischer, umströme mein Herz mit Meeren sera- phischer Töne; Reiß mich zu süßen Entzückungen hin! Du spielst; wie prächtig ertönt, die Stimme der mäch- Durch Silbersaiten des hohen Claviers.

So wie im Tempel, das Chor der unentheiligten Sän- Ein Fest mit Halleluja begrüßt; Und in dem Dom der Triumph der majestätischen Or- Von heiligen Tagen die Feyer anhebt:

So rauscht Accord durch Accord; doch schnell gehn rie- Und zarte Triller die Saiten hinauf. Wie ängstlich zittert mein Herz vom Winseln der kläg- Die unter dem schaffenden Finger erseufzt.

So weint im horchenden Wald die Nachtigall zärtliche So sang die Colizzi dem lauschenden Ohr; Und so weint auch ein Poet in Elegien voll Wehmuth Um seiner Schöne frühzeitiges Grab.

Unwillig murret der Baß, daß im Diskante die Sai- Die schnelle Rechte heller belebt. Doch plötzlich brausest du auch mit deiner Linken hin- Und herrschest zur Oberstimme den Baß.

Nun jauchzt das ganze Clavier, und feyert hohe Ge- In Phantasien voll Anmuth und Pracht. O Fleischer, folgen dir nicht die mächtig bezauberten Wie sonst dem Thrazier Wälder gefolgt?

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