Skip to content
1726–1777

An Herrn E - - .

Justus Friedrich Wilhelm Zachariä

Freund, Freund! die Jahre fliehn hin, so wie ein stäubender Bach, Der von dem steilen Felsen fliegt; Und wie ein fliehender West, wenn er dem blühenden In schneller Flucht die Spitzen beugt.

Meynst du, sie kommen zurück, wenn sie uns einmal Nein, Freund, auf ewig sind sie hin. Nicht Wünsche halten sie auf, und keine Leyer singt sie Aus der Vergessenheit zurück.

Und dennoch liebst du noch nicht? O Freund, beschäft- Da es noch zart und fühlend ist; Eh unbarmherzig die Hand des Alters über dich fährt, Und Runzeln auf die Stirne krümmt.

Der Himmel schuf nicht umsonst dein leichtempfinden- Es muß doch wo ein Mädchen seyn, Das auf den Jüngling noch hoft, dem sie die Seufzer Und dem ihr loses Auge lacht.

Sie geht mit irrendem Schritt im öden Garten her- Und windet einen Blumenstrauß, Und sieht ihn sehnsuchtsvoll an; Die Thräne zittert Daß sie ihn keinem schenken kan.

O E —, suche sie doch, damit das Mädchen nicht Daß ihre schönen Tage fliehn! Du bist ein Mensch, ein Poet. Gedoppelt ist dein Zu lieben, eh dein Lenz verstreicht.

Cookies on Poetry Cove

We use cookies to remember your language preference and — only with your consent — to learn how Poetry Cove is used. You can change your mind any time.
An Herrn E - - . · Justus Friedrich Wilhelm Zachariä · Poetry Cove