Freund, Freund! die Jahre fliehn hin, so wie ein stäubender Bach,
Der von dem steilen Felsen fliegt;
Und wie ein fliehender West, wenn er dem blühenden
In schneller Flucht die Spitzen beugt.
Meynst du, sie kommen zurück, wenn sie uns einmal
Nein, Freund, auf ewig sind sie hin.
Nicht Wünsche halten sie auf, und keine Leyer singt sie
Aus der Vergessenheit zurück.
Und dennoch liebst du noch nicht? O Freund, beschäft-
Da es noch zart und fühlend ist;
Eh unbarmherzig die Hand des Alters über dich fährt,
Und Runzeln auf die Stirne krümmt.
Der Himmel schuf nicht umsonst dein leichtempfinden-
Es muß doch wo ein Mädchen seyn,
Das auf den Jüngling noch hoft, dem sie die Seufzer
Und dem ihr loses Auge lacht.
Sie geht mit irrendem Schritt im öden Garten her-
Und windet einen Blumenstrauß,
Und sieht ihn sehnsuchtsvoll an; Die Thräne zittert
Daß sie ihn keinem schenken kan.
O E —, suche sie doch, damit das Mädchen nicht
Daß ihre schönen Tage fliehn!
Du bist ein Mensch, ein Poet. Gedoppelt ist dein
Zu lieben, eh dein Lenz verstreicht.