Du Sängerin der Nächte,
Du liebe Philomele,
Du singest ja so kläglich.
Was ist dir wiederfahren?
Ich glaube, daß du liebest.
Ach! lieber kleiner Vogel,
Ich lieb auch, wie du liebest,
Und bin der Stadt entflohen,
Und bin hieher gekommen,
Einmal recht auszuweinen.
Dort in den großen Häusern,
Da ist man immer lustig;
Da will man immer lachen;
Da sollt ich auch mit lachen;
Da bin ich weggelaufen.
Komm, ich will mit dir klagen.
Wie zärtlich kanst du klagen!
Mich rühren deine Seufzer;
Du suchst wohl die Geliebte,
Die man von dir getrennet.
Mich hat von meinem Mädchen
Das Schicksal auch getrennet.
Doch, Vogel, du bist glücklich!
Sieh nur, du hast ja Flügel,
Du kanst ja zu ihr fliegen.
Ich wollte hier nicht sitzen,
Und um mein armes Mädchen
An diesen Linden weinen.
Hätt ich nur deine Flügel;
Wie wollt ich zu ihr fliegen!