O Gegend, schrecklich und rauh, wo melancholische Berge
Mit starrem Haupt die Gewitter durchschaun;
Wo um den drohenden Fels die werdenden Donner sich
Und jede Wolke zum Regenguß wird;
Wo bald im rauschenden Bach die Kutsche des Reisen-
Bald durch die engsten Felsen sich zwingt;
Bald auf der Spitze des Bergs die Wolken um sich
Und bald in Thälern, gleich Abgründen, irrt;
Wo nur der knarrende Karn von flimmernden Erzten
Das Thal vom rasenden Puchwerke schallt;
Und wo im ewigen Rauch, gleich einem dampfenden
Manch Hüttenwerk weite Gehölze verschlingt;
Wo nur mit blassem Gesicht bey Hammerwerken und
Ein Bergmann etwa die Wege durchkreuzt;
Verschwindet, wenn man ihn sieht, fährt in die Tiefen
Und läßt den Wald so öd, als er war;
O Harz, wofern auch in dir der lächelnde Morgen sich
Und Abends Purpur die Felsen bekrönt;
So laß auch den heutigen Tag mit aller der Anmuth
Die einen Harztag zu schmücken vermag.
O Donner, rolle du nicht von ungeselligen Bergen;
Und du, o Sturmwind, stürme du nicht.
Der Westwind flattre durch euch, ihr tausendjährigen
Die Tanne rausche Vergnügen und Ruh;
Daß ihr Serenen nicht schreckt, wenn sie mit ängstli-
Die unabsehlichen Wälder erblickt.
Der tödtende Hüttenrauch flieh, von sanften Westen
Und fröhlich ruf ihr der Bergmann: Glück auf!