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1726–1777

An den Harz .

Justus Friedrich Wilhelm Zachariä

O Gegend, schrecklich und rauh, wo melancholische Berge Mit starrem Haupt die Gewitter durchschaun; Wo um den drohenden Fels die werdenden Donner sich Und jede Wolke zum Regenguß wird;

Wo bald im rauschenden Bach die Kutsche des Reisen- Bald durch die engsten Felsen sich zwingt; Bald auf der Spitze des Bergs die Wolken um sich Und bald in Thälern, gleich Abgründen, irrt;

Wo nur der knarrende Karn von flimmernden Erzten Das Thal vom rasenden Puchwerke schallt; Und wo im ewigen Rauch, gleich einem dampfenden Manch Hüttenwerk weite Gehölze verschlingt;

Wo nur mit blassem Gesicht bey Hammerwerken und Ein Bergmann etwa die Wege durchkreuzt; Verschwindet, wenn man ihn sieht, fährt in die Tiefen Und läßt den Wald so öd, als er war;

O Harz, wofern auch in dir der lächelnde Morgen sich Und Abends Purpur die Felsen bekrönt; So laß auch den heutigen Tag mit aller der Anmuth Die einen Harztag zu schmücken vermag.

O Donner, rolle du nicht von ungeselligen Bergen; Und du, o Sturmwind, stürme du nicht. Der Westwind flattre durch euch, ihr tausendjährigen Die Tanne rausche Vergnügen und Ruh;

Daß ihr Serenen nicht schreckt, wenn sie mit ängstli- Die unabsehlichen Wälder erblickt. Der tödtende Hüttenrauch flieh, von sanften Westen Und fröhlich ruf ihr der Bergmann: Glück auf!

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