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1726–1777

An den Baron von S - -.

Justus Friedrich Wilhelm Zachariä

Freund, setze dich ruhig zu mir im Schatten hoher Orangen, Umwölket vom paradiesischen Duft! Doch sitzest du lieber vielleicht in jenem heiligen Dunkel Des schattenreichen Castanienwalds?

Du wirst mich bald nicht mehr sehn! Viel Meilen voll Sind zwischen uns, eh noch die Thräne versiegt. Dann wirst du nicht mehr mich sehn; nicht unter den Nicht mehr am Springbrunn der großen Allee.

Wenn ich nun weg bin, o Freund, wenn du die zärt- Der holden Freundschaft durch mich nicht mehr Wenn meine Pflicht dich nicht mehr zu edlen Thaten er- Und zur Umarmung der Musen dich lockt;

Wenn ich nun weg bin, und fern von mir, und fern Den dir der Himmel zur Nachfolge setzt, Du selbst Gesetze dir giebst: so folge doch immer dem In dem die himmlische Tugend erscheint!

Sey groß, nicht durch die Geburt, die oft auch Tho- Groß durch ein edles gefälliges Herz. Hör nicht den schmeichelnden Ruf der Wollust, welche Zum ewgen Tempel der Ehre zu gehn.

So werd ich mit fröhlichem Blick in aller Entfernung Wenn du die gegebne Hofnung erfüllst. So wird, zufrieden mein Herz, in süßen Freuden er- Wenn du mit reinem Leben mich lohnst.

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