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1884

Traum von heimlicher Hochzeit

Bruno Wille

So heimlich süß war unsre Hochzeitsfeier: Wir lagen dicht Beisammen, überwallt von einem Schleier; Man sah uns nicht.

Wir hörten, wie die Leute nach uns fragten Im gleichen Raum. Wir unterm Flore blieben reglos, wagten Zu atmen kaum.

Nur unsre Hände durften sacht sich drücken, Wie küssend fand Sich Hauch zu Hauch, mein Knie war mit Entzücken An deins gebannt.

Mein glühend Auge, das im Dunkeln schaute, Versank in deins; Ich war in dir, du warst in mir, uns traute Die heilige Eins.

Wohlan, was Edens Glut zusammenglühte, Trennt keine Welt. Hinweg denn, Angst, da uns die Hand der Güte Geborgen hält.

Wir ruhn verhüllt; zum Baldachin, zum Himmel Ward unser Flor. Uns singt von Flügelköpfchen ein Gewimmel Den Minnechor.

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