Auf allen Forsten, Wiesengründen Auf meines Grames Heimat lagert Nacht. Nur droben, droben jene Fernen Verklären sich, entzünden
Die wundervollste Silberpracht Von Funkelsternen. O Sternenhimmel Du Weltengewimmel!
Ihr dunkelblauen Lichtbesäten Auen Der Ewigkeit! Euch tief zu schauen
Ist Seligkeit, Ist kühler Trost Für diese brennenden Wunden Die mir, erbost
Gleich kläffenden Hunden, Die Menschenmeute schlug, um nun Mit sattem Hasse auszuruhn ... O Sternenhimmel
Du Weltengewimmel! Milchstraße, ungeheuer, breit, Vielbuchtig wie ein ausgetretener Strom Durchquerst du die Unendlichkeit
Welle an Welle, Nebel an Nebel Jede Welle ein Lichtermeer, Jeder Nebel ein Weltenheer.
An des Lichtstroms Ufern blühn Große Sterne, schwefelflammenblau. Manche funkeln rot und grün Wie besonnter Blumentau.
Sternschnuppen sprühn Leuchtkäfer auf dunkler Flur. Göttergleich auf hehren Thronen, Blitzen mit den Kronen
Jupiter, Sirius, Arktur. Zum Polarstern, seit Äonen, Zielt der Wagen wie gebannt. Von Demant
Flammt Orions Gürtelbild. Gemma, reizend, mädchenmild, Regenbogenbunt sich malend, Winkt dem Mars der fackelrot,
Schlachten sinnend loht. Alle Schwestern überstrahlend Taucht der Liebe Stern mit Schneegefunkel Aus des Forstes ernstem Dunkel.
Und wie feierliche, leise Hingehauchte Harfenweise Hör ich nun die Sterne klingen Mich im Auge sinnen, singen:
„Sei still und lausche lauschend gleite Zum kühlen Rasen breit', breite Die Arme andachtsvoll empor! In Dunkelblau, in Silberschauer
Laß taumlig deine Augen sinken Und dieser Kränkung letzte Trauer In unserm Ruhemeer ertrinken! Von Menschentorheit wund gesteinigt,
Im Strahlenquell gesund gereinigt, Sollst du ein Heil der Erden, Ein stiller Weiser werden. Sei nur getreu der Sehnsucht,
Die um den Frieden freit! Wer treulich schmachtend aufwärts schaut, Dem wird das Höchste angetraut In Ewigkeit, in Ewigkeit.
Und Ewigkeiten sind nicht weit, Wenn fern entrückt ob Welt und Zeit Im Sternenliede Dein Sinn verschwimmt ...
Der Sternenfriede, Der tiefste Friede sei mit dir!“
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