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1884

Stern der Meere

Bruno Wille

Ach Liebe, daß du wankest auf den Wogen, Ein morscher Kahn, Zerfetzt das Segel, steuerlos gezogen Auf Nebelbahn.

Des Tages Herz ist blutig hingesunken In düstre See. Wo bist du, armer Kahn? Zerschellt, ertrunken? Ach Lieb, ade!

Nun will auch ich hintaumeln und versinken In feuchte Gruft. Doch warnt ein Stern, der Meere Stern, mit Winken Aus blauem Duft:

„Nur Unrast wirf hinab, die eiteln Sorgen Der wüsten Welt! Dein Lieben gib empor! Es sei geborgen Im Sternenzelt!

Was in der Zeiten Brandung ging verloren, Muß nichtig sein. Ein Herz allein, dir liebend eingeboren, Bleibt ewig dein.

Und schlüg es auch am deinen nur für Stunden, Doch Reim bei Reim Seid ihr dem Chor der Seligkeit verbunden Und seid daheim.“

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