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1884

Klausners Trost

Bruno Wille

Von Purpursonnenblitzen Des Forstes Lücken sprühn; Der Abendwolken Spitzen Wie Gletscherstirnen glühn

In klaren Himmelsräumen Des Klausners Augen träumen, Vor Wehmut feucht. Da sitz ich nun gefangen

Mein Kerker ist die Welt Und möcht emporgelangen Zum freien Lichtgezelt. Doch harte Fenstersprossen

Behalten abgeschlossen Mich bis zum Tod. Wohl bin mit blonden Haaren Ich wie ein Frühlingswind

Viel Wonnen nachgefahren O weh, ich töricht Kind! Spät unter Trauerweiden Lernt ich mich still bescheiden

Und ward bekehrt. Mir kam von seligen Auen Die eine Gabe nur: Inbrünstig aufzuschauen

Zur sternbesäten Flur. Aus trüben Kerkerschachten Zum Born des Lichtes schmachten Ist all mein Trost.

Nun sei mir hochwillkommen Zur Andacht, lauschige Nacht! Verheißend ist entglommen Des Sterngewimmels Pracht:

Endlose Weltenscharen Sollst, Seele, du befahren; Drum rüste dich! Einst wird dir aufgeschlossen

Der Gitterzelle Tür; Du wandelst weißumflossen An Pförtners Hand herfür. Die Segelschwingen breite

Und such in Ätherweite Die neue Welt.

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