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1884

Ich und Du

Bruno Wille

Wir hielten uns umschlungen; Nachtodem hauchte mild, Der Junimond durchblaute Gebüsch und Grasgefild.

Ich staunte in die Landschaft; Die lag so fremd. Doch klang Geheim aus Sternenmeeren Ein heimatlicher Sang.

Ich staunte in dein liebes, Mondbleiches Angesicht Auf deiner Augen Grunde Erglomm ein fremdes Licht.

Und dich auch sah ich staunen; Die Lippen zuckten stumm. So weh war unsre Liebe Wir ahnten wohl, warum.

So weh ob Mund an Munde Auch süßen Taumel trank; So weh ob Aug in Auge Auch liebetief versank.

Wir fühlten, Herz an Herzen, Wie ewig dich und mich Ein banger Abgrund scheidet Wir sind ja du und ich!

Wir schluchzten auf vor Heimweh! Die Heimat liegt so weit, Dort hinter Sternenmeeren, Weit, in der Ewigkeit.

Dort in der Heimat findet Dies bange Schmachten Ruh: Es fließen ineinander O selig ich und du.

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Ich und Du · Bruno Wille · Poetry Cove