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1877

Heue

Bruno Wille

Durch silberne Halme Eisiger Scheiben Dämmert zu mir Ins Dunkel der Mond. –

Ich bin ein See, Erstarrt zu Eise, Darin sich spiegelt Der traurige Mond;

Dürres Schilf Zittert und flüstert... Ich höre dich weinen Und schluchzen – wie einst. – – –

Einst füllt' ich achtlos Dir Tage mit Leide, Bis daß du weintest Aus schluchzender Brust.

Wohl hab' ich flehend Geküßt die Thränen, Doch war's geschehen, Daß du geweint. –

Jetzt ist dein Auge Längst getrocknet. Doch ewig weinst du In meiner Seele;

Und ich muß weinen All deine Thränen, Geliebtes Antlitz, – Und noch viel mehr.

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