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1877

Frühlingsregen

Bruno Wille

Die grauen Wolken flogen, Umwölbend das Gefild, Und nieder kam gezogen Ein Regen warm und mild.

Nun träufelt der Erquickung Thau, Es dampft die zartbegrünte Au; Die Erde hat gesogen Und ihren Durst gestillt.

Ein Duft von jungem Leben Den kühlen Hain durchdringt; Die Knospen wonnig beben, Und sachtes Tröpfeln klingt.

Durch Erlenbüsche streift der Wind, Mit feuchtem Haar – ein heitres Kind; Ein Säuseln läßt er schweben Aus dem Gezweig und singt:

„Sonne, erschließe Das himmlische Blau, Goldglanz gieße Auf grüne Au!

Ihr gebadeten Blumen, Laßt die feuchten Äuglein leuchten! Ich schüttle von schwanken Erlen

Zum Spiel euch glitzernde Perlen. – Solch bunte Perlen woben Die schwebende Brücke droben Am blauen Himmelssee.“

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Frühlingsregen · Bruno Wille · Poetry Cove