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1693

44. Auf Diogenes

Christian Wernicke

Der eine macht die Jacht zum höchsten Guth der Welt, Ein andrer den Genuss verbotner Frücht' in Frauen; Der eine seine Küch', ein andrer Guth und Geld; Der eine Küh' und Schaff, ein andrer Häuser bauen;

Der eine den Betrug, ein andrer Wucherey; Der eine Liebs-Geschicht', ein andrer Vers' und Reime; Der eine stete Klag', ein andrer Artzeney, Der eine Blum' und Kraut, ein andrer Frücht' und Bäume;

Der eine neue Tracht, ein andrer alten Wein; Der ein Löffeley, ein anderer das Freyen; Der eine schöne Pferd', ein andrer Edelstein'; Der eine frembde Müntz', ein andrer Schildereyen;

Der eine viel Gewehr, ein andrer viele Röck'; Der eine viel Gewinst, ein andrer das Verzehren; Der eine seine Kolb', ein andrer Bienenstöck'; Der eine seine Kart', ein andrer das Verkehren;

Der eine das was er aus Eitelkeit verschenckt, Ein andrer krumme Händ' und ungerechte Gaben; Diogenes allein, der ärgste Thor, gedenckt, Das höchste Gut besteh' in keinem Guth zu haben.

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