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1693

29. Gemähld der CorilisFußnoten

Christian Wernicke

Wahr ist's dass Corilis nach Hamburg öffters reiset, Und im geborgten Schmuck sich in dem Singspiel weiset; Dass sie im Kartenspiel bey manchem stillen Fluch In der Gesellschaft offt mehr als sie hat verlieret,

Und nachmahls mehr aus Noht als Lieb' im Regentuch Den Glaubner in geheim zur leichten Zahlung führet; Dass in der Kirche sie zweydeutig singt ihr Lied, Und bethend übers Buch nach jungen Leckern sieht;

Dass sie offt vor der Welt als Jecken den verlachet, Mit dem sie ihren Mann zum sichren Hahnrey machet: Wahr ist's! doch soltest du darum auff sie nicht schmähn, Chlorind, und deinen Ruhm auff ihre Fehler bauen;

Denn möchtest Du nur eins in ihren Spiegel sehn, So würdest Du gewiss darin dein Antlitz schauen.

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