Meines hertzens königin!
Soll ich jetzo von dir scheiden
Und die lieben örter meiden
Da ich vor gewesen bin?
O du meines lebens leben!
Ist denn dieß der strenge Schluß
Daß ich gute nacht sol geben?
Ja mein liebstes kind! ich muß.
Hier ist doch kein ewig bleiben
Und wir müßen uns verschreiben
Ferner in die welt zu gehn
Unser leben und studieren
Giebet uns den guten rath
Bester massen auszuführen
Was man angefangen hat.
Drum so nimm die treue hand
Gib ihr noch zum letzten mahle
Hier bey diesem rosenthale
Ein gewisses freundschaffts-pfand
Drücke die betrübten glieder
Denn es ist doch nun geschehn
Und wer weiß wann ich dich wieder
Liebste seele! werde sehn.
Dencke mein geliebtes kind!
Und erwege meine sorgen
Wann der abend und der morgen
Meine seufftzer durch den wind
Wird zu deiner seele führen
So wird mein vergnügter geist
Dein gedächtniß nicht verliehren
Biß der lebens-faden reist.
Schönste! lebe dir und mir
Ach! ich habe deinem leben
Alles wohlergehn ergeben
Drum gedencke für und für
Wilst du mir die freude gönnen!
So erhalte deinen schein
Biß wir endlich wieder können
Höchst-vergnügt beysammen seyn.