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1642–1708

Xi. Er nimmt Abschied.

Christian Weise

Du liebes kind indem ich von dir reise Und deiner gunst zu guter letzt erweise Was ich bißher mit grosser lust gethan; So nimm diß lied mit lieben händen an.

Mein kind es ist vielleicht mein besser glücke Wofern ich bald zu dieser reise schicke Absonderlich weil hier in deiner stadt Mein armer sinn kein ewig bleiben hat.

Indessen werd ich offt zurücke dencken Und mich damit in meinem hertzen kräncken Daß ich nunmehr den süssen überfluß Der schönsten lust mit dir entrathen muß.

Du bist allein mein augen-trost Nachdem ich dich bedachtsam auserlesen Und hätt ich nicht so offt auff dich gesehn So wär auch wol mein abschied eh geschehn.

Ich habe zwar die liebe stadt gepriesen Doch hab ich dir das lob allein erwiesen Du warst die lust die kurtzweil und das spiel Das mir so wohl bey dieser stadt gefiel.

So kan ich nichts als daß ich mich bedancke Vor deine gunst und alle freundligkeit Damit dein haus mich itzo noch erfreut. Nun gute nacht mein kind zu tausend mahlen

Ich kan nicht viel mit grossen worten pralen Gefall ich dir nun so gedencke mein Wo nicht so laß mich bald vergessen seyn. Der abschied ist vor dieses mahl genommen

Beliebt es dir so will ich wiederkommen So bald die zeit mir einen kleinen rest An meine lust zu wenden übrig läst.

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