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1642–1708

Xi Das unempfindliche Hertze.

Christian Weise

Ich wolte mich gerne verlieben Fürwahr ich kan nur nicht Der kützel ist lange vertrieben Der junge leute sticht

Ich seh die mädgen an Als wie ein alter mann. Die pfeile der lieblichen blicke Sind viel zu stumpff vor mich

Die reden die niedlichen stricke Ziehn ab und schämen sich Weil ihre leise krafft So wenig nutzen schafft

Die rosen der zierlichen wangen Die lippen von rubin Die geben sich selber gefangen Je mehr sie sich bemühn

Je mehr ist ihre last Mir eitel und verhasst. Die reihen der artigen hände Die alabaster haut

Da mancher verliebter kein ende Zu seiner wollust schaut Die selben kommen mir Todt und verdorben für.

Die wunder-schöne brust Mag andern personen gefallen Ich hasse diese lust Und die gelegenheit

Zu solcher eitelkeit. Sie mögen ihr angesicht weiden Noch hundertmahl so schön Sie mögen sich butzen und kleiden

Und vor den spiegel stehn Nun mehr so bleib ich schon Am liebsten weit darvon. Blickt mich nicht weiter an

Mein hertze sey zwischen uns richter Daß ich nicht liebeu kan Bemüht euch anderswo Ich bleibe lieber so.

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