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1642–1708

ViII. Er thut bey der Margaris busse.

Christian Weise

Was macht ihr noch ihr allerliebsten kinder Ach seht doch her da kömmt ein armer sünder Der hat unlängst sich gar zu viel erkühnt Und hat wohl gar den bittern tod verdient.

Ach soll ich dran? es ist ja ewig schade Es ist geschehn ich bitte um genade: Dann meine sünd ist mir von hertzen leid Und hat mich mehr als tausend mahl gereut.

Ach schauet doch auf mein bußfertig hertze Und ob ich sonst gleich trefflich gerne schertze So muß ich doch vor dieses mahl gestehn Daß mir die wort aus meinem hertzen gehn.

Ich bin betrübt und muß mich höchlich schämen Und darff mir nicht die kühnheit selber nehmen Daß ich bey euch die sünd abbitten kan Drum nehmt die beicht allhier geschrieben an.

Ich will fürwahr ins künfftig frömmer werden Ich will nicht mehr in reden und geberden Wann ihr es seht ein solches unkraut seyn Mein bart der setzt sich selbst zum bürgen ein.

Vergesset nur die gar zu grossen sünden Und lasst mich trost in der vergebung finden Steckt sie in sack schickt sie ins wasser naus Und last den zorn an mir nicht weiter auß.

Also werd ich ein frommes büfgen bleiben Und werde nicht mehr lose händel treiben; Je dennoch ist die sünde gar zu groß So strafft mich bald und last mich künfftig loß.

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