So werd ich nun von dir getrieben
Du allerliebste Marilis!
Und soll ich dich vergebens lieben?
Denn dieses ist nun mehr gewiß
Nach dem ich meinen schluß gelesen
Ich bin am längsten hier gewesen.
Nun werd ich dich gesegnen müssen
Mein kind! ich hätte zwar vermeint
Ich wolte deiner noch geniessen:
Doch mein verhängniß ist mir feind
Und rücket mir in einer stunde
Das liebste bißgen auß dem munde
Fürwar ich wolte gerne leiden
Was immer zu erleiden steht
Und solt ich alle lust vermeiden
Die mir doch sonst zu hertzen geht
Wenn mir das glücke nur vergünnte
Daß ich bey dir verbleiben könnte.
Doch hast du irgend meine schmertzen
Mit kalten augen angeschaut
Und hast du meinem frommen hertzen
Die redlichkeit nicht zugetraut
So gieb mir doch auff solche weise
Ein freundlich ansehn auff die reise.
Dein leben hat mir wohl gefallen
Dein schöner wandel war mein liecht:
Wie wol du weist von diesen allen
Gleich wie es scheint die helffte nicht
Denn ich behielt die stillen sorgen
In meiner engen brust verborgen.
Nun muß ich mir den zügel lassen
Weil doch nicht mehr zu hoffen ist:
Ich trete schon auff meine strassen
Wer weiß wem du bescheret bist
Jedoch rühm ich des glückes gabe
Daß ich dich nur gesehen habe.
Und wirst du dich mit dem verbinden
Der dein und meine freundschafft kennt
So wirst du doch kein hertze sinden
Das in dergleichen flamme brennt
Jetzt muß ich mich von hinnen lencken
Doch wirst du wohl an mich gedencken.