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1642–1708

ViII. An Gritgen.

Christian Weise

Gunst-geneigtes tugend-bild Ruh und friede meines hertzens. Ietzund da sich alles schmertzens Trost und ruh in dich verhüllt

Gib mir doch den abschieds-kuß Eh' dich mein betrübter gruß Noch einmahl erinnern muß. Rein und lieblich anzuschauen

Itzt da ich von diesen auen Traurig abschied nehmen will: Gläntze nur zu mir herein Eben als wann dieser schein

Nun mein leit-stern solte seyn. Recht und niedlich lieb zu kosen In der zier da nechst den rosen Tulpen und narcissen sind

Gib den mund da mir der safft Einer honig-süssen krafft Nicht geringen trost verschafft. Ruhm und schönen danck zu wissen

In dem hertzen seyn beflissen. Tugend deine pracht und zier Gläntzt an ihren stralen voll Eben da ich reisen soll

Nun ich scheide lebe wohl. Reich an seegen reich an glücke. Itzt da ich zur reise schicke Thu mir noch die courtesie

Güldnes kind und lasse du Endlich mir die letzte ruh Nur auff deinen lippen zu.

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