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1642–1708

ViI. Polnischer Tantz.

Christian Weise

Auf der hochzeit ist mir keine lust Als die blosse courtesie bewust Wann die mädgen und studenten In der bunten reihe stehn

Und mit süssen complimenten Endlich auff den tantz-platz gehn. Da ist freude da ist lustigkeit Da vergißt man alles hertzeleid:

Leib und seele kommt zusammen: Mancher giebet nur die hand Und wird durch die liebes-flammen Unversehens angebrannt.

Wie liebäugelt mancher courtisan Eh er sich ins tantzen finden kan. Seht wie kömmt er auffgezogen Mäulgen geben darff er nicht

Weil sie mit dem ellenbogen. Jhn in das gesichte sticht. Endlich kömmt die fiedel auf den platz Da erwischt ein jeder seinen schatz:

Dieser geht als wie auf kohlen Der macht einen blossen paß Jener schneidet capriolen Dieser knickt ohn unterlaß.

Mancher setzt die beine gar zu krumm Einer springt nur um das Mädgen rumm Dieser tantzet im gewichte Jener schont die neuen schuh

Dieser kehrt ihr das gesichte Jener gar den fertzer zu. Wann ein mädgen in der einsamkeit Stille sitzt und welcke rüben schneidt

Kommen bald die tütschemütter Und erwischet mit verbruß Jrgend einen armen ritter Der die lücke büssen muß.

Also wird das liebe geld verthan Biß man keinen tantz mehr zahlen kan Da spricht man es sey zu späte Giebt zum abschied einen kuß

Weil man doch auff die karrete Noch zwey groscheu wagen muß.

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