Auf ihr stoppeln meiner liebe!
Denckt einmahl an jene zeit
Als ich meine dienstbarkeit
Einer stillen gunst verschriebe
Und mein hertz ein süsses band
An der liebsten hertzen fand.
War ich nicht dem losen kinde
Gleichsam auf den hals gepicht?
Welche stunde fragt ich nicht
Wo und wie es um sie stünde?
Auch ein blickgen schien ein jahr
Wann sie nicht zugegen war.
Ich entschlug mich aller freude
Die gesellschafft war mein tod
Was mir neue lust gebot
Zehlt ich unter meine feinde:
Denn es solt in ihr allein
Meine freundschafft fruchtbar seyn.
Sie vergnügte mein verlangen
Jhre schönheit war mein ruhm
Jhre gunst mein eigenthum
Und die rosen ihrer wangen
Die sie mir zu eigen gab
Brach ich unverhindert ab.
Ach wie hoch wahr ich gestiegen
Meine Venus schien mir voll:
Doch nach dem ich fallen soll
Werd ich desto lieber liegen:
Denn des glückes wechsel-stand
Hat sich schleunig umgewand.
Nun ich muß mich drein ergeben:
Denn ich kan doch nicht dafür
Und ich armer sol ich hier
Keine freude mehr erleben
So verliehr ich doch das liecht
Einer andern hoffnung nicht.
Unterdessen will ich dencken
Was ich nicht besitzen kan
Und die lust der alten bahn
Mir in mein gedächnüß schencken
Ob ich gleich in meinem sinn
Nur ein armer jude bin.