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1642–1708

ViI. Als sich Lisilis nicht wolte küssen lassen.

Christian Weise

Du freundliche Lisilis soll ich dich küssen So zeug doch nicht das mündgen weg Ein küßgen ist leichtlich zu tode gebüssen Und macht ja keinen schwartzen fleck.

Ach halte mein lämgen ach halte gewiß Ich gebe dir einen empfindlichen biß Ach Lisilis. Ach beuge dein leibgen nicht immer zurücke

Sonst kan ich warlich nicht darzu Mein engel gib achtung indem ich dich drücke Daß ich dir nichts zu leide thu Ein küßgen verbleibet mein liebes-genieß

Ich bitte zum schönsten vergönne mir diß Ach Lisilis. Halt stille mein hertzgen was heissen die possen Nun hältst du gar die hände vor

Die haben sich über die lippen geschlossen Doch gib das köpffgen nur empor In warheit ich habe das kinne gewiß Drum halt ich dich feste verzeihe mir diß.

Ach Lisilis. Was wilstu dich wehren was wilstu noch ringen Wo flog der tieffe seuffzer hin Mein lämgen ach lasse dich immer bezwingen

Weil ich dir schon so nahe bin Ich habe gewonnen mein liebes-genieß Bleibt meinen entzücketen lippen gewiß Ach Lisilis.

Ach Lisilis hab ich dich endlich betrogen Ich habe dich dreymal geküst Und keinmal vor freuden zurücke gezogen Nun suche wo das fleckgen ist.

Ach halte mein lämgen ach halte gewiß Ich gebe noch einen empfindlichen biß Ach Lisilis.

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