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1642–1708

Vi. An die stoltze Rosilis.

Christian Weise

Ich kan nicht länger bitten Es ist vor mich zu viel Wo sie an ihren sitten Nicht anders werden wil

So hab ichs schon bedacht Und gebe gute nacht. Man trifft dergleichen leute Noch allenthalben an

Wer weiß ob ich nicht heute Was frisches haben kan? Die welt ist groß genung Und ich bin starck und jung.

So wolte sie es haben Ich solte mich allein Mit leerer hoffnung laben Und doch ihr diener seyn

Drum schützte sie bey mir So lahme possen für. Ach nein es sind der sauren Ich weiß wohl was ich thu

So hetzet man die bauren Ich bin zu schlim darzu Es treffe mir so ein: Quarck müste butter seyn.

Ey sol ich mich verlieben? Soll ich mich auf den todt Um ihre gunst betrüben? Ach nein es hat nicht noth

Sie ist gar falsch bericht Vor liebe sterb ich nicht. Verbleibe wer du bist Und wo ein viertel stündgen

Dir nicht beschwerlich ist So sieh zum fenster nauß Ich such einander hauß. Ich wil dich übertrotzen

Sey noch einmahl so stoltz Laß dein gesichte strotzen Als wie ein eichen-holtz Ich geh nunmehr gemach

Und frage nichts darnach.

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