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1642–1708

V. Kleine Leute sind so gut als die Grossen.

Christian Weise

Jhr leute wolt ihr meiner lachen Daß ich ein bißgen kleine bin So wil ich euch zuschanden machen Ich dencke lachet immer hin

Wie offte sieht ein kleines hauß Viel schöner als ein grosses aus. Die kleinen zobeln kommen höher Als eine grosse beeren-haut

Ein mandel-nüßgen isst man eher Als eine schüssel sauer kraut Und weil die kleinen lerchen gehn So läst man wohl das rindfleisch stehn.

Ein kleines mode-hütgen stutzet Mehr als ein babilonscher thurm Ein kleines seidenwürmgen nutzet Mehr als ein grosser regen wurm

Der beste sammt hat kleiner maß Als wohl der grobe cannefaß. Manch bübgen hat zwar kurtze bein Und macht doch einen guten tantz

Manch füchsgen ist von ansehn kleine Und hat doch einen grossen schwantz Den kleinsten hunden hänget man Die allergrösten klöppel an.

Und dieses läugnet warlich keiner Ein resolvierter kerl ist jo In kleinen duodez viel feiner Als so ein narr in folio.

Ein kleiner hat ein loses maul Hingegen sind die grossen faul. Wie war es in dem paradiesse Da Adam zu der Eva kam

Und sie als seine zuckersüsse Vergnügung in die armen nahm Und als das höchst-verliebte paar Ein

Nach diesem ist es ja geschehen Daß sich ein weibgen ohngefehr An einen ochsen hat versehen Da kommen nun die grossen her:

Drum bleibt die art auch unverrückt Und sie sind etwas ungeschickt. Ich wil gar gerne kleine bleiben Ein ander kerle mag sich nun

In Goliats regiester schreiben So wil ich doch nicht furchtsam thun Der kleinste zwerg ist gleich so gut Als auch der gröste ‒ ‒ ‒ ‒ ‒

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