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1642–1708

Untitled

Christian Weise

Nun bin ich meiner noth entnommen Die trauer-zeit ist wieder um: Willkommen tausendmahl willkommen Du liebstes Clavichordium

So wilst du nun beständig bleiben Und mir die müde zeit vertreiben. Ach laß die seiten nicht zerspringen Und laß den an genehmen klang

Durch einen leisen griff erzwingen So wil ich dir zu grossen danck Die besten freunde zu ergetzen Auff dir manch schönes stücke setzen.

Du darffst dich itzo nicht befahren Als wolt ich bald von hinnen ziehn Und nebenst andern fuhrmans-wahren Dich in den rauhen pack bemühn

Und wenn ich auch die weichsten bette Um dich herum geschlagen hätte. Ach nein ich weiß nicht was ich wolte Eh ich dich nur ein eintzig mahl

So vor die hunde werffen solte: Die kutscher mögen stein und stahl In ihrer groben hand verwalten Die können besser wiederhalten.

Du aber bist an allen enden Als eine jungfrau zart und fein Und wilst von lauter weichen hände Gantz niedlich angegriffen seyn

Es kan ein kleiner griff geschehen So gibt es bald ein groß versehen. Darum was wilstu ferner schweigen Komm stimme deine lieder an

Ich will dir in der that bezeugen Daß ich die griffe richtig kan Und in dergleichen lust-gewerbe Mit greiffen leichtlich nichts verderbe.

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Untitled · Christian Weise · Poetry Cove