Beht ihr grossen jungfern fort
Und gedencket nicht ein wort
Daß ich mich um euch betrübe
Dann mein sinn wird offenbahr
Und das mädgen das ich liebe
Geht nunmehr ins zwölffte jahr.
Jhre zarte freundlichkeit
Spielt in keuscher sicherheit
Und bestrahlt die schönen wangen
Durch dergleichen überfluß
Daß ich über dem verlangen
Auch zum kinde werden muß.
Jhre jugend ist noch rein
Und bewahrt den glatten schein
In der einfalt ihres hertzens
Andre lieben in den wind
Welche schon des stillen schmertzens
Aus der übung kundig sind.
Hofft man auf die rosen nicht
Eh die grüne knospe bricht
Ist sie aber aufgebrochen
Wird man leicht des handels satt
Dann wer weiß wer sie berochen
Und zuvor begriffen hat.
Drum ihr jungfern last mich gehn
Ist mein liebgen nicht so schön
Als ein bild von sechzehn jahren
Nun so darff ich auch die list
Mir zum schimpffe nicht erfahren.
Daß sie falsch und eckel ist.
Mangelt ihr am gliedern was
Ach wie bald ersetzt sie das
Ist doch dieß die beste freude
Wann die jugend sachte blüht
Und man seiner augen-weide
Untern händen wachsen sieht.
Nun das ist mein fester schluß
Und wofern ich warten muß
Will ich lieber jetzt in zeiten
Nach der süssen liebe gehn
Als daß ich so gar von weiten
Soll mit meiner hoffnung stehn.