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1642–1708

Ix. Der H. Christ wil nichts bescheren

Christian Weise

Jetzt freuen sich die kinder Auff ihren heilgen christ Und suchen ihn geschwinder Als er vorhanden ist

Ich aber darff nicht frölich seyn Mein heilger christ der saget nein. Ich hab in allen dingen Vergebne zuversicht

Mein beten und mein singen Hilfft im geringsten nicht Je mehr ich nur wil frömmer seyn. Je mehr und öffters sagt er nein.

Sanct Niclaus will nicht bitten Als wie er sonst gethan Sanct Peter hilfts verschütten Wo er nur weiß und kan

Und also kans nicht anders seyn Mein H. christ der saget nein. Kein mensch wil bürge werden Vor mich verlassnes kind

Weil niemand die beschwerden So sehr als ich empfind Sanet Ruppert zwickt mich an das bein Der H. christ der saget nein.

Die leute so ihn kennen Die wissen wer er ist Ich weiß ihn nicht zu nennen Als nur den H. christ

Ich hoff und denck auff ihn allein Und gleichwohl sagt er immer nein. Ach laß dich doch behandeln Du lieber H. christ

Du kanst dich leicht verwandeln Weil du barmhertzig bist Ach stelle dich geneigter ein Und sage nur nicht allzeit nein

Ich wil nicht viel begehren Dein wille soll geschehn Laß du mir nur bescheren Ich wil es gerne sehn

Und solt es nur ein rößgen seyn Nur sage nicht beständig nein. Inzwischen sol ich leiden Was du mir unrecht thust

Soll ich die gaben meyden Und alle kinder-lust So geb ich mich gedultig drein Sag jetzo doch nicht ewig nein.

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