Skip to content
1642–1708

Ix. Als die junge Amöne nicht wolte Stand halten.

Christian Weise

Amöne darff ich mich erkühnen Mit meiner schlechten höfflichkeit Die süsse schönheit zu bedienen So sich auß ihren augen streut?

Ach soll ich allerschönstes bild? A. Ach last mich gehn die mutter schilt. Mein hertz ich habe schon die ehre Sie anzusprechen längst gesucht

Sie gebe mir geneigt gehöre Sonst bleibt mein lieben ohne frucht Sonst wird mein wunsch nur halb erfüllt. A. Ach last mich gehn die mutter schilt.

Mein liebstes kind sie lasse schelten Es geht deßwegen uns nicht an Der mutter lehre kan nicht gelten Sie hats vor diesem selbst gethan

Sie hat sich nicht also verhüllt. A. Ach last mich gehn die mutter schilt. Sie ist in ihren besten jahren Da muß die lust gebüsset seyn:

Die mutter wird nicht alls erfahren Sie gebe sich doch willig drein. Was läufft sie als ein schönes wild? A. Ach last mich gehn die mutter schilt.

Mein schatz sie seh doch ihres gleichen In dieser stadt ein wenig an Wie sie mit ihren liebsten schleichen Und kehren sich durchaus nicht dran

Obs bey der lieben mutter gilt. A. Ach last mich gehn die mutter schilt. So opffert sie die schöne jugend Der höchstbetrübten einsamkeit?

Was hilfft es daß sich ihre tugend Bey dieser angenehmen zeit Mit lauter lust und zier erfüllt? A. Ach last mich gehn die mutter schilt.

Ich will sie endlich gehen lassen Jedoch aus meinem hertzen nicht Da will ich sie beständig fassen Biß ihr beliebtes angesicht

In gleichem liebes-feuer glimmt. A. Ach last mich gehn die mutter kömmt.

Cookies on Poetry Cove

We use cookies to remember your language preference and — only with your consent — to learn how Poetry Cove is used. You can change your mind any time.