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1642–1708

Iv. Er mag nicht mehr verliebt seyn.

Christian Weise

Nun bin ich wieder frey Nun darff ich an die pein Und an die liebes-treu Nicht mehr gebunden seyn:

Ein ander mag sich sehnen Wie ich bißher gethan Ich blicke meine schönen Mit kalten augen an.

Nun bin ich wieder frey Und spotte der gefahr Der strick ist schon entzwey Der mein gefängniß war

Die schönsten lust-gedancken Vergnügen meinen sinn Dieweil ich aus den schrancken Der knechtschafft kommen bin.

Nun bin ich wieder frey! Vor ließ das eitele thun Der blinden fantasey Mich wenig stunden ruh’n

Da stell ich mir der wangen Und da der augen-zier Mit sehnlichem verlangen In einem traume für.

Nun bin ich wieder frey Und achte dieses spiel Der blossen löffeley Als einen biernen-stiel.

Ade ihr schönen kinder Gedenckt an euren freund Ich scheide nun geschwinder Als ich es selbst gemeint.

Nun bin ich wieder frey. Das liebes-feuer streicht Bey mir umsonst vorbey: Drum weicht ihr mädgen weicht

Sucht andre männer-sinnen Ich sag es ohne scheu Mich könnt ihr nicht gewinnen Denn ich bin wieder frey.

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