Wem das glücke wiederfähret
Daß er in der jungen zeit
Auch ein junges mädgen freyt
Dem ist doch ein schatz bescheret
Welchen alles gold und geld
Lange nicht die wage hält.
Er gebraucht sich seiner jugend
Und vexiert mit höchster lust
Aus der allerliebsten brust
Die verborgne liebes- tugend
Und vertauscht zum uberfluß
Lieb um liebe kuß um kuß.
Er verjungt sich alle morgen
Und wie unsre lebens-frist
Niemahls ohne sorgen ist
Also schenckt er seine sorgen
Zwischen liebe lust und pein
In der liebsten mund hinein.
Ach die atlen junggesellen
Wissen von der freude nicht
Wann sie gleich ihr angesicht
Unterweilen frölich stellen
Ach so kömmt es ungefähr
Von der blossen hoffnung her.
Sie belecken nur die schalen
Mit vergebner angst und müh
Denn der kern ist nicht vor sie
Und wenn sie mit liebsten praalen
Ist der angemaste glantz
Warlich weder halb noch gantz.
Auf den abend in dem bette
Liegen sie als wie ein bild
Halb erfroren eingehüllt
Auf den morgen ist es wette
Denn da brennt das bette-stroh
Vor der liebe liechter loh.
Wann sie sich am klügsten düncken
Wissen sie wohl selber nicht.
Was sie in der seite sticht
Biß sie einst das leid vertrincken
Da vergessen sie der zeit
Und der trüben einsamkeit.
Ach wohl dem der sich versorget
Welcher hier ein bißgen isst
Dort ein weilgen wieder küst
Und an allen ecken borget
Ist fürwahr ein armer mann
Der offt will und selten kan.