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1642–1708

IiI. II. Die Jungfer-Noth.

Christian Weise

Wo sind ich einen trost In meinen hertzenleide? Mein glück ist doch erbost. Und gönnt mir keine freude

Ach gebt mir einen mann Der mich verlaßnes kind ein bißgen trösten kan. Ich bin vor warten kranck Die schönen sommer-tage

Sind mir nur gar zu lang Und mehren meine plage: Drum gebt mir einen mann Der mir die liebe zeit mit lust vertreiben kan.

Ich weiß kein eintzig spiel Das mir belieblich wäre Zwar wann ich spielen wil So find ich kein gehöre

Drum gebt mir einen mann Der mit mir aus-und ein im bette spielen kan. Zur hochzeit möcht ichs wohl Von junggesellen leiden

Doch weil ich immer soll Nur welcke rüben schneiden So gebt mir einen mann Der auf der hochzeit mich zum tantze führen kan.

Es ist mir nicht bewust Daß ich in vielen jahren Auff eine sommer-lust Spatzieren wär gefahren

Ach gebt mir einen mann Der mich zur vogel stang auf pfingsten führen kan. Hab ich in dieser welt Nicht lauter ungelücke

Das liederliche geld Das wächst mir auch nicht dicke: Drum gebt mir einen mann Dem ich die pfenge fein im hosen steubern kan.

Ach ist er noch nicht da Es liegt mir im gekröse Fürwahr ein bißgen nah Ich werde gerne böse

Drum gebt mir einen mann Der meinen bösen sinn mit sanfftmuth leiden kan. Ich bin der jungferschafft Von gantzem hertzen müde

Und meine schlechte krafft Hilfft mir zu keinem friede Drum gebt mir einen mann Der mich zu einer frau mit ehren machen kan.

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