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1642–1708

Ii. Ein Muster von alten Ertz-Complimenten.

Christian Weise

Maedgen hat sie sich geschminckt Weil die rosen-rothen straalen Den beliebten schein bemahlen Der aus ihren wangen blinckt?

Ist sie von natur so schöne? Nein ach nein wie mich bedünckt Dieses ist ihr bloß gehöne Mädgen hat sie sich geschminckt.

Mädgen hat sie sich geschminckt? Mein herr nachbar der muß eben Diese meynung von sich geben Sieht sie nicht wie er mir winckt?

Sol ich die gedancken sagen Die er heimlich an mich bringt? Gelt ich sol noch einmahl fragen Mädgen hat sie sich geschminckt?

Mädgen hat sie sich geschminckt? Halt ich wil denselben hören Welcher ihr zu lieb und ehren Eines auf gesundheit trinckt

Der wird sich so viel entbrechen Und so fern es ihn bedünckt Eben dieses urtheil sprechen: Mädgen sie hat sich geschminckt.

Mädgen hat sie sich geschminckt? Ach sie sey doch nicht so schöne Weil uns arme bürger söhne Sonst die liebe gar umringt:

Und wo ihr die schöne frage Jrgend in die nase stinckt So verzeih sie daß ich sage Mädgen sie hat sich geschminckt.

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