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1642–1708

Ii. Die verliebte jägerey.

Christian Weise

Die lieb ist gleichsam eine jagt Da sich ein grosser hauffen In die gebüsche wagt Wo angst und müh entgegen lauffen

Und wo die gantze welt Sich fast in das gehäge stellt. Die netze sind von heucheley Und eitelkeit gestricket

Darinnen wird die treu Der jungen einfalt offt berücket Und wer nicht langen kan Der flickt ein bißgen hoffnung dran.

Der spürhund ist die ungedult Der billt und läst sich hören Die unschuld mit der schuld In ihrem lager zu verstören:

Wie ist er doch bemüht Eh er das wild vor augen sieht? Und also muß der windhund fort Durch bitten und versprechen

Durch klagen da und dort Die ungewisse bahne brechen Biß man den ganßen rest Der grossen docken lauffen läst.

Offt schiest man ehr und tugend todt Dann die verliebten minen Sind wie der haasen-schrot: Wohl denen die sich so bedienen!

Denn wer ein narr will seyn Schiest gar mit silbern kugeln drein.

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