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1642–1708

Ii. Der ungedultige liebhaber.

Christian Weise

Ich hab ein bißgen lieb gehabt Und habe meinen sinn gelabt Doch nun will ich mich selbst verstöhren. Denn weil es gleich am besten schmäckt

Und wann man noch die finger leckt Da ists am besten auffzuhören. Es ist doch lauter kinderey Mit der verliebten löffeley:

Wie müssen wir die zeit verderben In leerer furcht und hoffnung stehn Und manchen gang vergebens gehn Eh wir ein bißgen gunst erwerben.

Und wann sie nun erworben ist So währt es eine kurtze frist Biß wir sie wiederum verschütten Ein schritt ein wort ein eintzig blick

Treibt alle freundlichkeit zurück Und da hilfft kein genade bitten. Die mädgen wollen lustig seyn Drum lieben sie nur auff den schein

Der blossen zeit vertreibung wegen: Doch weil es nur am glücke liegt Daß man sie bey der laune kriegt So kömmt man offt gar ungelegen.

Und wann wir noch so sicher seyn So stellt sich gar ein ander ein Der lernt zu erst die bahne brechen Hernach sucht er gelegenheit

Durch seine schlaue freundlichkeit Uns unvermercket abzustechen. Da geht das grillen-fangen an Wie man den causenmacher kan

Bey guter zeit zurücke treiben Doch dessen allen ungeacht Ob man sich noch so mausig macht Muß er im sattel sitzen bleiben.

Was hat man dann nunmehr darvon Als allenthalben spott und hohn Und tausend sorgen in dem hertzen? Ade du lebendiger tod

Ich will hinfort mit deiner noth In meiner vollen freyheit schertzen! Drum lob ich eine compagnie Da wir biß an den morgen früh

Auff gute treu und freundschafft sauffen Fürwahr eh ich das liebes-spiel So eyffrig wieder spielen will Eh will ich aus der stadt entlauffen.

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