Jhr leute gebt mir doch geschrieben
Daß ich ein ertz-fantaste bin
Und solte mir es nicht belieben
So bringt mich mit gewalt dahin
Daß ich die thorheit zum beschluß
Vor aller welt bekennen muß.
Ich höre nichts mit meinem ohren-
Ich bin mit sehnden augen blind
Der mund hat allen schmack verlohren
Die fäuste sind nicht wo sie sind
Die nase reucht und hat gleich wohl
Den schnuppen wann sie riechen soll-
Das haubt ist wie ein tauben-haus
Da fliegen mir die jungen narren
Bald fornen ein bald hinten naus;
Doch auf den abend ziehn sie hier
Zusammen wieder ins quartier.
Wolt ihr kein cläußgen bauen lassen
Darein ich mich versperren kan
So hetzt die kinder auf der strassen
Mit hund und katzen auf mich an
Und legt mir alle nahmen zu
Biß ich nicht mehr so närrisch thu.
Verbremt mir nur den kopf mit schellen
Und setzt mir einen fuchsschwantz auf
Wollt ihr mir einen hut bestellen
So flickt mir auch ein kühhorn drauf
Und gebt mir an des sebels statt
Ein holtz das keine scheide hat.
Besetzt mein kleid mit bunten flecken
Und macht mirs band von bohnenstroh
Und schreibt mir an auf allen ecken
Diß ist ein narr in folio;
Wofern ich bey dem narren-spiel
Nicht zum erkäntniß kommen will.
Doch nein ich wil nun anders werden
Ich mag kein pickelhäring seyn
Ich stelle mich nur an geberden
Bißweilen närrisch auf den schein;
Drum lieber was verlacht ihr mich?
Ein jeder ist ein narr vor sich.