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1642–1708

I. Die Junggesellen-Noth.

Christian Weise

Der ehstand plagt mich offt Daß ich mich unverhofft Ins wesen nein verliebe Denn hab ich lange zeit

So denck ich allbereit Ach hätt ich eine frau die mir die zeit vertriebe. Früh morgens steh ich auff Und wann ich meinen lauff

Bald hie bald da betrachte So rumpelt mir der bauch Derhalben denck ich auch Ach hät ich eine frau die mir ein süpgen machte.

Und wann ich meinen bart. Recht nach der neuen art Gern in die falten schraubte So kommen federn drein

Da muß ich traurig seyn Ach hätt ich eine frau die mir im barte klaubte. Bißweilen bin ich kranck Da lieg ich auf der banck

Und bete meine sprüche Doch in dergleichen qual Da denck ich hundertmahl Ach hätt ich eine frau die mir im rücken strieche.

Jm bette kommt ein floch Der hüpfft mir gar zu hoch Und macht so krumme sprünge Daß ich mit uberdruß

Von hertzen wünschen muß Ach hätt ich eine frau die mir die thiergen fienge. Jm winter wär es zwar Kein wunder wann ich gar

Mich da zu todte härmte Doch seh ich diß noch an Dieweil ich wünschen kan Ach hätt ich eine frau die mir das bette wärmte.

Wann ich in meinem sinn Rechtschaffen böse bin Und meine lust nicht büsse So denck ich vielerley

Doch dieses auch dabey Ach hätt ich eine frau die sich erschlagen liesse. In summa was ich thu Da kan ich nicht darzu.

Als wie der hund im schilffe Es ist mir alles leid Drum wünsch ich allezeit Ach hätt ich eine frau die mir aus nöthen hülffe.

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