Ach weh! wir armen junggesellen
Wir werden gar zu langsam klug
Weil wir uns tumm und alber stellen
So fährt die zeit den schnellen flug
Eh wir uns eigentlich besinnen
Mit aller lustigkeit von hinnen.
Der anfang von den jungen jahren
Sol auch der liebe wachsthum seyn
Da sol das zarte volck zu paaren
Die stillen küsse von sich streun
Da sol die junge sehnsucht spielen
Und flammen in der seele fühlen
Gleich wie ein schäfgen seiner weyde
Begierig nachzugehen pflegt
So sucht die jugend ihre freude
Da wird nichts übels ausgelegt
Da schnäbeln sich die glatten mäulgen
Und pflicken ihre mertzen-veilgen.
Doch wann man schon an seinen wangen
Den bart mit tausend stacheln fühlt
Und hat es noch nicht angefangen
So hat man mehr als halb verspielt
Und will man mehr auf kurtzweil harren
So wird man mehrentheils zum narren.
Es heist die blumen sind vergangen
Die knospe sol zusammen stehn
Und wenn man alles kan erlangen
So muß man ins gefängnis gehn
Da sich das elend in den decken
Der eitlen liebe sol verstecken.
Wohl dem der seinen liebs-beruffe
Still und gehorsam folgen lernt
Eh ihm der jugend letzte stuffe
Von der gelegenheit entfernt
Da kriegt man sorgen mit den jahren
Und muß die lust dann ewig spahren.
Wann ich mich hin und her besinne
So hab ich auch die zeit verseumt
Und finde was an meinem kinne
Das sich zu keiner liebe reimt
Drum wünsch ich offt in diesem stücke
Ach hätt ich noch zehn jahr zurücke.